Padmasambhava, der 2. Buddha

Guru Rinpoche

Meditation

"Ein Schüler berichtete seinem Lehrer über seine Erfahrungen in der Meditation: „Meine Meditation ist furchtbar! Ich werde ständig abgelenkt, meine Beine schmerzen und nach 30 Minuten schlafe ich immer ein. Es ist furchtbar!“

„Es wird vergehen,“ antwortete der Lehrer ihm ruhig.

Eine Woche später kam der Schüler zurück zu seinem Lehrer. „Meine Meditation ist unglaublich! Ich fühle mich so klar, konzentriert und nehme alles bewusst wahr! Es ist so belebend! Wunderschön.“

„Es wird vergehen,“ antwortete der Lehrer ihm ruhig."          Aus dem Zen-Buddhismus, Urheber unbekannt


Was ist Meditation…und was nicht!

Meditation ist eine altindische, spirituelle Praxis. Sie ist untrennbar mit absolut ethischen Verhalten verbunden und der logisch-philosophischen Erkenntnis eines allumfassenden und allauslösenden Urgrundes.

Diese zunächst theoretische Erkenntnis wird durch die Meditation als Beweisführung erfahren, wobei dieses transzendentale innere Erfahren mit der „Erleuchtung bzw. dem Erwachen“ gleichzusetzen ist.

Diese drei Vehikel gehören zusammen, weil sie voneinander abhängig sind!

Fortschritte in der Meditation sind ohne begleitendes ethisches Verhalten nicht möglich. Das Erkennen der letzten Wahrheit ist ohne die vorherige logisch-theoretische Beweisführung nicht möglich. Und Meditation ohne diese beiden essentiellen Begleiter ist keine Meditation!

Da die meditative letzte Erkenntnis nur erlangt werden kann, wenn man erkannt hat, dass es bedingt durch die Wahrheit der absoluten Realität kein Ego auf dieser Ebene gibt, sondern dass es vielmehr auch um die Erkenntnis der Leerheit aller Phänomene ohne eigenen Existenz geht, wird man verstehen, dass die momentanen westlichen Meditations-Angebote absolut kontraproduktiv sind.

Denn hier geht es eben nicht um die tiefphilosophische Erkenntnis und deren Bestätigung in den höchsten Meditationsstufen, zu denen einen der Lehrer initiiert, sondern um ein beliebiges Wohlfühlprogramm, welches das Ego eher füttert, als dass es dieses reduziert oder gar auflöst.

Perfekter oder vielmehr schlimmer kann man diese jahrtausendalte Tradition nicht mehr konterkarieren!

Legt man den Fokus auf diese Ganzheit, hat dieses westliche Meditationsangebot, teilweise von Trainern, die noch nie in ihrem Mediationsleben eine hohe Realisierungsstufe erlangt haben, erschreckend dilettantische Ausmaße.

Natürlich wird das Ganze dann auch noch mit wissenschaftlichen Studien rosarot (put lipstick on a pig) angemalt und fertig ist die Geldmaschine! Hier wird von einem Trabbi behauptet, dass er ein Formel 1 – Rennwagen sei.

Nicht jeder kann das Anfängerstadium der Atembeobachtung verlassen. Wenn dies den Probanden erklärt werden würde und sie nicht auf eine Reise mit dubiosen Heilsversprechen geschickt werden würden, wäre das ok!

Wenn hierzu auch noch erklärt werden würde, dass Fortschritte in den Techniken nur erreicht werden können, wenn man gemäß der dazugehörigen Ethik lebt und das Alkohol und Fleisch von nun an gestrichen sind, würde sich eine Menge der anfangs Euphorisierten diesem Thema nicht zuwenden.

Die höheren Stufen der Meditationspraxis sind nur zu erreichen durch Einweihungen eines Lehrers, der sein Wissen in der Tradition der Übertragungslinien weitergibt…..wenn er erkennt, dass sein Schüler die entsprechende Reife hat!

 

Zurück zu der Basis!

Atembetrachtungen und Sinnesreduzierungen sind die ersten Stufen auf einer steil ansteigenden Meditationsleiter. Diese Basis kann dann in der Tat bei dem ein oder anderem, regelmäßig täglich durchgeführt, entsprechende Wohlfühlphasen erbringen und positive gesundheitliche Auswirkungen haben. Wenn wir es dabei belassen, können wir von einer Anfangsmeditationspraxis auf Anfängerniveau sprechen. Hier den mit oft großen Hoffnungen gestarteten Kursteilnehmern mehr vorzugaukeln, bringt maximal schlechtes Karma für die entsprechenden „Lehrer“. Und es gibt auch eine gewisse Gefahr für die Probanden, wenn diese sich in einer weiteren Eigendynamik ergehen ohne Anleitung eines wirklich erfahrenen Lehrers.

Ich bin der Meinung, dass meditieren für jeden zugänglich sein sollte. Aber dies nur als Stufenmodell, welches den Probanden klar aufzeigt, wo die Grenze ist. Es ist jedem dann selbst überlassen, die nächste Stufe zu avisieren, wobei klar sein muss, dass dann hier weitere Fortschritte nur mit den entsprechenden Rahmenbedingungen möglich sind. (Ethik, kein Alkohol etc.)

Meditation ist eine Praxis, die erarbeitetes, verstandenes und im täglichen Leben umgesetztes profundes Wissen bestätigt!

Für diese Sphären in der Meditation gibt es keine beschreibenden Worte mehr.

Meditation ist kein Spielball, um das Ego, welches immer der Auslöser des Leidens ist, sich noch besser fühlen zu lassen!